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6. Jänner in Stuhlfelden

Glockenläuten kündigen sie an. Die Habergoaß bahnt sich den Weg und treibt mit dem Publikum Unsinn. Jeder möchte vom Ölmandl einen schwarzen Strich ins Gesicht – damit man Glück hat fürs ganze Jahr.

Plötzlich prescht eine wilde Horde heran. Holzgeschnitzte Masken verheißen nichts Gutes – die Schiachperchten möchten den Winter festhalten. Aber lange gelingt es ihnen nicht. Schon flattern Bänder im Wind und die Tresterer laufen die Straße herab. Schnell verschwinden sie in der nächsten Bauernstube.

Es ist 6. Jänner in Stuhlfelden, der traditionelle Trestererlauf durch das Dorf gehört zum Brauchtum in Stuhlfelden, wie eine Kirche in ein Dorf.

In der Rauchkuchl verjagt der Hanswurst die Schiachperchten, die dunklen Mächte, und macht den Platz frei für die Vorpercht. Die Tresterer stampfen die Schritte in den jahrhundert alten Holzboden. Sie trestern einen Tanz der Vorfahren, er soll Glück und Fruchtbarkeit bringen.

Man hörte, dass sieben weibliche Gäste, die im Vorjahr Zuschauer beim Trestererlauf waren im 2005 Jahr Kinder bekommen haben. Eine schönes Bild, auf jeden Fall bringen die Stuhlfeldner Tresterer an Gsund, an Fried, und an Reim – und das können wir alle brauchen.

Beim Unterzehetnerbauern war dieses Jahr lieber Besuch aus Salzburg. Landesrätin Doraja Eberle mit ihrer Familie besuchte mit Frau Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher den Trestererlauf. Sie war von der geheimnisvollen Atmosphäre und dem gelebten Brauchtum sehr begeistert.

 

Egger Gundi

Habergoas

Schiachperchten

Tresterer

   

 

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